Autofahren in Japan: Hilfreiche Tipps für einen tollen Roadtrip

Valeria

Wie ist es, in Japan Auto zu fahren? Und was muss man unbedingt beachten, wenn man Japan per Roadtrip bereisen möchte? Wir haben einen 11-Tägigen Roadtrip durch Japan gemacht, wovon ich euch bald noch mehr erzählen werde. Heute möchte ich euch aber schon einmal alles verraten was ihr wissen solltet, wenn ihr Japan mit dem Auto oder wie wir mit dem Campe Van erkunden möchtet. Denn das ein oder andere ist doch etwas anders als bei uns, auch wenn wir Autofahren in Japan als sehr gemütlich empfunden haben.

Wie schnell darf man fahren? Fahren die Japaner anständig? Welcher Fahrausweis braucht man? Wie teuer ist Autofahren in Japan? Und was darf man auf keinen Fall machen? Ich verrate es euch!

Was euch in diesem Artikel erwartet:

  • 11 allgemeine Tipps über das Autofahren in Japan
  • Japan Reise: Auto vs. Zug & warum wir uns fürs Auto entschieden haben
  • Japans teure Mautgebühren
  • Japan Roadtrip: Unsere Route

Autofahren in Japan: 11 hilfreiche Tipps die man wissen sollte

In Japan Auto zu fahren ist keine Hexerei, trotzdem sollte man das ein oder andere unbedingt vorab wissen. Ich verrate euch 11 hilfreiche Tipps für eure Reise mit dem Auto, mit welchen ihr für Japans Strassen gut gerüstet seid.

1. Autofahren in Japan: Links fahren

Japan gehört zu den Ländern wo man auf der linken Strassenseite fährt. Das Steuer befindet sich somit rechts im Auto.

2. Autofahren in Japan: Teure, tolle Autobahnen

Die Autobahnen in Japan sind zwar teuer, aber auch sensationell! Kein Wunder, gehören sie zu den Sichersten und Besten der Welt. Um einen Makel an einer Strasse was Bodenbelag, Beschilderung (wenn man sie denn lesen könnte ;)), Sauberkeit oder Beleuchtung zu finden, muss man wohl sehr lange suchen.

Zudem sind die Raststätte in Japan eine Sehenswürdigkeit für sich. Alle paar Kilometer sind grössere oder kleinere Autobahnraststätte zu finde. Dort gibts alles, was das Autofahrer-Herz begehrt. Restaurants, Shops, Convenience Stores, Spielplätze, oftmals Aussenbereiche für ein gemütliches Picknick, teilweise sogar Aussichtstürme und vieles mehr. Und natürlich die mit riesengrossem Abstand schönsten öffentlichen Toilettenräume, welche ich im Leben gesehen habe!

Autofahren in Japan Autobahn

3. Autofahren in Japan: Fahrausweis Übersetzung

Wer in Japan mit dem Auto fahren möchte, braucht als Schweizer oder auch Deutscher zwingend ein Übersetzung des Fahrausweises. Nicht jedoch, wenn man aus Österreich kommt! Der Internationale Fahrausweis gilt für gewisse Länder nicht.

Die Fahrausweis Übersetzung bekommt ihr in Tokio (und auch vielen anderen Grossstädten) ganz unkompliziert innerhalb 2 Stunden für rund 30 CHF im Stadtteil Minato beim JAF, was viel günstiger ist, als diesen schon von der Schweiz aus zu beantragen. (Adresse: 〒105-85622-2-17 Shiba Minato-ku Tokyo)

Bei einer Kontrolle muss beides gezeigt werden, der originale Führerausweis, sowie die Japanische Übersetzung.

Wer z.B. aus Österreich, Italien oder Spanien kommt, kann zum aktuellen Zeitpunkt auch nur mit dem internationalen Fahrausweis und dem richtigen Ausweis fahren. Länder, welche eine Übersetzung benötigen, sind aktuell die Schweiz, Deutschland, Frankreich, Belgien, Slowenien und Taiwan. Diese Fahrausweise werden in Japan nicht anerkannt. Fragt mich nicht, weshalb das so ist!

4. Autofahren in Japan: Geschwindigkeit

Autofahren in Japan haben wir als relativ gemütlich empfunden. Auch was die Geschwindigkeit betrifft. Auf der Autobahn darf man meistens 80-100 km/h fahren, in der Stadt 40 km/h und auf dem Land 50-60 km/h. In vielen Seitenstrassen gilt zudem Tempo 30.

Laut unserem Autovermieter liegt die Toleranz bei der Geschwindigkeit jedoch bei 15 km/h, was man auf der Strasse auch überall beobachten kann. Praktisch alle fahren etwas schneller als die Tafeln signalisieren. Auch wir sind ab und zu ca. 15km/h schneller als signalisiert gefahren und haben keine Busse geholt. 😉

5. Autofahren in Japan: Parkieren

Auf dem Land ist Parkieren meist kein Problem. Schwieriger wird es innerhalb der Städte. Zwar findet man neben Parkhäusern in Osaka, Kyoto, Nara oder Tokio überall viele kleine Parkplätze, wo auch meist freie Plätze zu finden sind. Ohne Japanisch Kenntnisse ist das Entziffern der Parktafeln jedoch nicht immer ganz einfach. Und sobald man meint, man hätte sie verstanden, ist es wieder anders.

Meist bezahlt man einen gewissen Betrag pro 20 oder 30 Minuten, pro Stunde bzw. einen Maxibalbetrag für 12 oder 24 Stunden. Nicht selten sind das in einer Innenstadt 500 Yen für 30 Minuten oder 2000 – 3000 Yen für 24 Stunden. Am Tag ist es zudem oft teurer auf die Stunde als in der Nacht. Das Problem ist, dass jeder Parkplatz unterschiedlich abrechnet. Vergleichen lohnt sich also, denn der eine Parkplatz kann gut 3 Mal teurer sein als der Andere.

Parkplätze bei Sehenswürdigkeiten (wenn sie nicht in einer Innenstadt sind) kosten oft pauschalt für den ganzen Tag um 1000 Yen (9 CHF).

Wir haben unser Auto einige Male über Nacht in der Stadt abgestellt und die Gebühr für 24h bezahlt, was für uns an guter Location okay war. Aber Achtung, als wir uns schon sicher gefühlt haben und dachten, wir hätten die Parktafeln durchschaut, bezahlten wir beim Osaka Castle für rund 1.5 h überraschend 36 Franken.

Übrigens, Parkplätze in Parkhäuser kann man teilweise auch schon vorab reservieren. Selbst haben wir damit aber keine Erfahrungen gesammelt. Leider! Denn in Japan gibt es in den Städten viele Parkhäuser, wo man über eine Drehscheibe und einen Autolift in die oberen Geschosse fährt. Ich meine, wie cool ist das denn? 🙂

Road Trip in Japan Camper Van Fuji

6. Autofahren in Japan: Teure Bussen

Haltet euch an die Verkehrsregeln! Parkbussen, einlösen eines abgeschleppten Autos oder andere Vergehen kommen in Japan sehr teuer und schnell mal auf ein paar hundert Franken.

Blitzer haben wir keine gesehen was daran liegt, dass diese in Japan ziemlich gut getarnt sind. Scheinbar hängen öfters Blitzer als Kameras getarnt über den Strassen. Mobile Blitzer sind eher selten, verstecken sich aber wie wir gehört haben meist in schwarzen Papiertüten am Strassenrand oder in geparkten Autos.

6. Autofahren in Japan: Der Anfängerkleber

Neulenker bekommen in Japan einen grün-gelben, magnetischen Aufkleber hinten aufs Auto. Und auch Touristen. Dies ist zwar nicht zwingend, wird von den Autovermietern jedoch empfohlen. Was gar nicht so schlecht ist, wenn man wirklich mal verwirrt mitten im Strassenchaos steckt…. 😉

Auch findet man hinten auf den Autos in Japan verschiedene weitere offizielle Aufkleber z.B. für Fahrer mit Körperbehinderung (Kleeblatt), Hörbehinderung (Schmetterling) oder über 70-jährigen Autofahrer (eine Art grün-gelb-orange Blume).

7. Autofahren in Japan: Auto / Camper Van mieten

Ein Auto oder einen Camper in Japan mieten kann man unkompliziert übers Internet. Zu beachten ist, dass die meisten Autos in Japan Automatik-Autos sind. Oft ist ein Navi mit dabei und nicht selten auch eine SIM Karte. Wir hatten ein Tablet mit SIM Karte in unserem Mietwagen und haben so Google Maps genutzt.

8. Autofahren in Japan: Alkohol Nulltoleranz!

Trinkt keinen Alkohol, wenn ihr Auto fahrt. In Japan ist der erlaubte Alkoholgehalt 0%.

9. Autofahren in Japan: Verkehrsschilder

In Japan hat es SEHR viele Schilder auf den Strassen! Viele sind auf japanisch und waren uns bis am Schluss ein Rätsel (wahrscheinlich waren es Warntafeln für alles mögliche). Die wichtigen Schilder mit den Ortschaften sind aber immer auch auf Englisch angeschrieben und man findet sich gut zurecht auf den Strassen in Japan.

Autofahren in Japan Schilder Kawaguchiko

10. Autofahren in Japan: Ampeln

Erst etwas verwirrend waren für uns die Verkehrsampeln, welche vor oder hinter der Kreuzung stehen können. Darunter befinden sich Pfeile, welche die Richtung weisen. Sind ein oder mehrere grüne Pfeile zu sehen, darf in die Richtung gefahren werden.

11. Autofahren in Japan: Bahnübergänge

Vor Bahnübergängen muss man immer anhalten auch wenn es keine Barriere hat. Die gelben Kreuze vor dem Übergang sind wie eine Stopp Tafel zu betrachten!

Japan Autobahn Raststätte

Japan Reise: Auto vs. Zug

So, nun seid ihr gut gerüstet, um selbst in Japan Auto zu fahren! Aber warum sollte man das Auto dem Zug in Japan eigentlich vorziehen?

Gleich vorweg, obwohl wir einen Roadtrip durch Japan gemacht haben und ich dies sofort wieder machen würde, empfehle ich euch nicht in jedem Fall, das Land mit dem Auto zu entdecken. Denn die Zugverbindungen in Japan sind sensationell! Vor allem zwischen den Städten.

Mit dem Zug ist man aufgrund der Hochgeschwindigkeitszüge in Japan definitiv schneller unterwegs. Wer wenig Zeit in Japan hat, dem empfehle ich also eher, mit dem Zug zu reisen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, dem kann ich einen Japan Roadtrip aber sehr empfehlen!

Wir haben uns im Prinzip aus drei Gründen für einen Roadtrip mit dem Camper Van durch Japan entschieden. Erstens, weil wir Roadtrips und das Gefühl von Freiheit, welches wir damit verbinden, einfach lieben! Zweitens, weil wir so vor allem ausserhalb der Städte und in der Region um dem Mount Fuji viel flexibler waren, um schnell und unkompliziert an die besten Fotospots zu kommen. Und drittens, weil uns der Camper Van ermöglichte, ganz früh am Morgen bei den schönsten Sehenswürdigkeiten aufzuwachen und bei bestem Licht und vor den vielen Touristen dort zu sein.

Reisen mit einem Camper bzw. Camper Van ist in Japan auch deshalb praktisch, weil man aufgrund der vielen Onsen Bäder praktisch überall die Möglichkeit hat, sich zu duschen/baden und so gleich noch diesen wichtigen Teil der Japanischen Kultur besser kennen lernt.

Das Tolle: Autofahren in Japan haben wir als sehr gemütlich empfunden. Die allermeisten Japaner fahren anständig, wir standen kaum im Stau und waren richtig fasziniert, wie gut der Verkehr selbst in den Grossstädten wie Osaka, Kyoto oder Nara floss! Man sollte sich aber wohl dabei fühlen, auf der linken Strassenseite zu fahren. Ich persönlich habe hier grossen Respekt und bin nie gefahren. Adi war aber schon ein halbes Jahr in Australien per Roadtrip unterwegs und hat dies somit problemlos gemeistert.

Autofahren in Japan Kreuzung Tokio

Japans teure Mautgebühren

Zu bedenken ist auch, dass mit dem Auto unterwegs zu sein in Japan nicht viel günstiger ist als Zug zu fahren, WENN man immer den schnellsten Weg nimmt. Zumindest, wenn man alleine oder zu zweit ist. Denn die Mautgebühren in Japan sind extrem teuer. Fährt man die Strecke Tokio – Osaka am Stück auf der Autobahn, soll dies bis 150 Franken kosten. Ein Weg wohlgemerkt.

Wer Zeit und Lust hat, kann das aber auch gut umgehen. Wir haben von einigen gehört, welche einen Japan Roadtrip ganz ohne Mautgebühren zu gemacht haben, was für uns aber nicht in Frage kam. So oder so: Will man das Land entdecken, ist man automatisch nicht immer auf der Autobahn unterwegs. Somit haben wir teils Strassen mit und teils welche ohne Mautgebühren genommen und uns nicht gross darauf geachtet. Ein bisschen baff ist man dann aber schon, wenn man nach 3-4h Autofahrt auf dem Highway mal schnell 85 Franken hinblättern muss. 😉 Vor allem, weil man vorab nie weiss, was man bezahlen muss. Zumindest haben wir nirgends zuverlässige Infos dazu gefunden und uns somit einfach überraschen lassen.

Übrigens, die Benzinpreise in Japan waren im April 2018 ganz wenig günstiger als in der Schweiz.

Japan Roadtrip: Unsere Route

Grundsätzlich eignet sich ein Roadtrip durch Japan vor allem für die ländlicheren Gegenden. Trotzdem haben wir mit dem Auto auch einige Grossstädte bereist.

Unsere Route: Tokio – Five Lakes Area am Mount Fuji – Biwa Lawe / Hikone – Nara – Kyoto – Osaka – Kawaguchiko – Tokio

In einem separaten Blogpost verraten wir euch noch alle Einzelheiten über unseren Japan Roadtrip und den schönsten Orten und Sehenswürdigkeiten, welche wir in den 12 Tagen und 11 Nächten im Camper Van besucht haben.

Autofahren in Japan Shinjuku

Wir hoffen euch haben unsere Tipps für das Autofahren in Japan weitergeholfen! Haben wir etwas vergessen? Dann schreibt es gern unten in die Kommentare!

Und wenn ihr euch für Tokio interessiert, empfehle ich euch unser XXL Beitrag mit unseren 17 besten Reisetipps für Tokio!

Oder nimmt es euch wunder wie es ist, in Taiwan Auto zu fahren? Dann schaut euch unseren Beitrag mit 12 Tipps für einen Roadtrip mit dem Camper Van durch Taiwan an!

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Bis bald,
eure
valeria

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Comments
  • Rudolf Schoenholzer
    Antworten

    Hallo Valerias. Vielen Dank für die interessante Japan Beschreibung. War 2 mal in Tokio. Hatte allerdings einen Raser als Fahrer. (geschäftlich)
    Stecken momentan in Manila fest. Unser nächster Trip nach Boracay ist ja buchstäblich ins Wasser gefallen. Boracay wurde für 6 MT. geschlossen.
    Ende Monat geht’s zurück nach Koh Samui.
    Ist Dein nächster Insel Besuch auf Brissago?
    Habe ich schon mehrmals besucht und finde die Botanik außergewöhnliche sehenswert.
    Macht’s gut und liebe Grüsse
    Ruedi Schönholzer

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